Bergundsteigen im Gespräch mit Berufsjäger Maximilian Kofler

Als Bergsteiger, Mountainbiker, Skitourengeher, Eiskletterer oder auch Paragleiter sind wir leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs. Vielfach ist uns dabei aber nicht bewusst, dass dieser Naturraum Lebensraum vieler verschiedener Tierarten ist, die äußerst sensibel auf Störungen reagieren – vor allem im Winter. Wir wollten von einem Profi wissen, wie hoch das Störpotenzial ist und was wir besser machen können. 

Konflikte zwischen Jägern, Grundeigentümern, Förstern und Freizeitsportlern bleiben nicht aus und spitzen sich in manchen Regionen regelrecht zu. Das Sellraintal in Tirol ist eines der lohnendsten und damit auch eines der am stärksten frequentierten Skitourengebiete in den Alpen. 

Wir wollten es nun genau wissen: Warum stellt der Freizeitsportler ein so großes Problem für das Wild dar? Von welchen Wildarten sprechen wir überhaupt? Was kann man als Skitourengeher bzw. Bergsportler besser machen, welche Lösungsansätze gibt es und wie wird die bereits bestehende Skitourenlenkung im Sellraintal angenommen?  

Einer, der es wissen muss, ist Maximilian Kofler, Berufsjäger im 4.500 ha großen Revier Lüsens im Sellraintal. In seinem großen alpinen Gebiet kommen alle Wildarten vor, die es in Tirol gibt, angefangen von Rot- und Rehwild im Waldbereich, Raufußhühnern im Bereich der Waldgrenze bis hinauf auf über 3.000 m Höhe. Im alpinen Bereich trifft man auf Stein- und Gamswild. Fuchs, Hase und Murmeltier grüßen einander. Der Adler ist heimisch, Bartgeier und sogar Gänsegeier kommen zeitweise auf Besuch. Große Beutegreifer wie Luchs, Wolf und Bär durchstreifen das Gebiet gelegentlich. 

Als Berufsjäger und damit Jagdschutzorgan hat Maximilian Kofler im Revier vielfältige Aufgaben: Er ist dafür verantwortlich, dass das Jagdgesetz, aber auch andere Gesetze, wie etwa das Naturschutzgesetz, das Forstgesetz etc., eingehalten werden. Er ist für die Wildzählung und die Winterfütterung zuständig, er hat darauf zu achten, wie sich die Wildbestände entwickeln, ob Krankheiten auftreten oder sonstige Auffälligkeiten zu verzeichnen sind. Der Schutz des Wildes beinhaltet zudem nicht zuletzt den Schutz vor Störungen von außen, wie etwa durch Freizeitsportler, inklusive einer entsprechenden Aufklärungsarbeit.