Halbseiltechnik – wieso, weshalb, warum?

Im bergundsteigen #111 beschäftigte sich Chris Semmel mit der Halb- und Doppelseiltechnik und klärte die Fragen nach geeigneten Seiltypen und deren Einsatzbereichen, wann welche Seiltechnik Sinn macht und welche Sicherungsgeräte dazu passen. Dabei wurde zu Fragen bezüglich der Bremskräfte und möglicher Probleme bei der Halbseiltechnik auf diesen zweiten Teil des Artikels verwiesen. Im nächsten Heft erscheint dann der dritte und letzte Teil des Artikels. Darin wird auf Seilmanagement und Führungstechnik eingegangen.

Von Chris Semmel

Im ersten Teil des Artikels (erschienen im bergundsteigen #111) klärten wir die Abgrenzung von Halb- und Doppelseiltechnik und stellten fest, dass eine Halbseiltechnik (bei der immer nur ein Seilstrang in einen Karabiner der Zwischensicherung eingehängt wird) dazu dient, die Reibung zu verringern, die Kräfte auf die Zwischensicherungen zu reduzieren bzw. um führungstechnische Vorteile für die Nachsteiger zu erreichen. Als Sicherungsgerät für die Halbseiltechnik kommt nur der Tuber in Frage, da hierbei jeder Seilstrang einzeln ausgegeben bzw. eingezogen werden kann und Seilverbrennungen vermieden werden, die bei einem Vorstiegssturz bei Halbmastwurfsicherung (HMS) und Halbsteiltechnik drohen.

Offen blieb, welche Probleme aus der Anwendung der Halbseiltechnik entstehen können:  Zum Beispiel die niedrigen Bremskräfte bei Tube-Sicherung und der Sturz in nur einen Halbseilstrang, mögliche Seilbeschädigungen in der Zwischensicherung und mögliches Seilchaos beim Versuch, die Halbseiltechnik anzuwenden.